Von der Redaktion Infinity Peptides ·
Chargennummer, HPLC-Chromatogramm, Massenspektrum: Welche Angaben ein aussagekräftiges Analysezertifikat enthält und woran man ein wertloses erkennt.

Ein Analysezertifikat, im Englischen Certificate of Analysis oder kurz COA, ist das wichtigste Dokument beim Kauf eines Forschungspeptids. Es belegt, was in einem Vial enthalten ist. Aber nicht jedes Dokument, das so heißt, verdient den Namen.
Ein aussagekräftiges Zertifikat nennt Produkt, Chargennummer, Analysedatum, Methoden, Ergebnisse mit Rohdaten und das ausstellende Labor. Fehlt eine dieser Angaben, lässt es sich nicht prüfen.
Produktname und Sequenz – damit klar ist, welches Peptid analysiert wurde.
Chargennummer – sie verbindet das Dokument mit einer konkreten Produktion.
Analysedatum – ein Jahre altes Zertifikat sagt wenig über die aktuelle Ware.
Methoden – in der Regel HPLC und Massenspektrometrie.
Ergebnisse mit Rohdaten – das Chromatogramm und das Massenspektrum selbst, nicht nur eine Zahl.
Aussteller – das analysierende Labor mit Namen und Anschrift.
Das HPLC-Chromatogramm zeigt, wie rein eine Probe ist. Die Reinheitsangabe ist der Flächenanteil des Hauptpeaks an der Gesamtfläche aller Peaks.
Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie trennt die Probe in ihre Bestandteile auf; jeder Bestandteil erscheint als Ausschlag, als sogenannter Peak. Viele kleine Nebenpeaks deuten auf mehrere Verunreinigungen hin. Eine Prozentzahl ohne abgebildetes Chromatogramm lässt sich nicht nachprüfen.
Das Massenspektrum belegt die Identität des Peptids. Stimmt die gemessene Masse mit der berechneten Molmasse der Sequenz überein, enthält die Probe das richtige Molekül.
Die HPLC zeigt nur, wie rein eine Probe ist, nicht was sie enthält. Bei größeren Peptiden erscheinen im Spektrum oft mehrere Signale für unterschiedlich stark geladene Formen desselben Moleküls; das ist normal.
Der Ergebnisteil fasst jede Prüfung mit Methode und Ergebnis in einer Tabelle zusammen. So könnte er aussehen:
Prüfung | Methode | Ergebnis |
|---|---|---|
Identität | ESI-MS | Masse entspricht der Sequenz |
Anteil Zielpeptid | HPLC, 220 nm | 98,7 % Peakfläche |
Aussehen | visuell | weißes Lyophilisat |
An fehlenden Rohdaten, fehlender Chargennummer und einem nicht erkennbaren Labor. Typische Warnsignale:
Keine Chargennummer oder eine Nummer, die nicht zum Etikett passt
Nur eine Prozentzahl, kein Chromatogramm
Kein Analysedatum oder ein sehr altes
Kein erkennbares Labor als Aussteller
Dasselbe Zertifikat für verschiedene Packungsgrößen oder über Jahre hinweg
Mehr über Aufbau und Herstellung von Peptiden steht im Grundlagenartikel Was sind Peptide?.
D’Hondt M et al. Related impurities in peptide medicines. Journal of Pharmaceutical and Biomedical Analysis, 2014. doi:10.1016/j.jpba.2014.06.012

